Eudaimonia ...
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ist Altgriechisch und bedeutet wörtlich
„einen guten Geist habend"
Der Begriff »Eudaimonia« geht auf Aristoteles’ Philosophie über das Glück zurück. In seiner Ethiklehre beruht Glück auf dem, was es bedeutet ein gutes Leben zu leben, ein Leben menschlicher Vortrefflichkeit. Darunter versteht Aristoteles die Verwirklichung eines vollendeten menschlichen Daseins, welche durch die Entwicklung von Tugenden erreicht werden kann.
Nach Aristoteles’ Verständnis führt eine Fokussierung auf Angenehmes zu verfälschten Einsichten in die wahre Natur der Dinge, einer verzerrten Wahrnehmung. Im Gegensatz zum rein hedonistischen Glück, das auf einer Maximierung angenehmer und schöner Erlebnisse beruht, kann das Streben nach eudaimonischem Glück auch mit der Überwindung von Schwierigkeiten und Herausforderungen einhergehen. Dabei beschreibt Eudaimonia weniger einen Gefühlszustand als vielmehr einen Prozess und Charakter, a way-of-living in seiner authentischsten und höchsten Natur (daimon). Der - im eudaimonischen Sinne - glückliche Mensch hat beides: Er lebt gut und tut Gutes („The happy man both lives well and does well.“).
In der modernen Forschung zu Wohlbefinden und Glück, zur Persönlichkeit und Motivation wurde der Begriff der Eudaimonia wieder aufgegriffen. In einer formalen Theorie der Eudaimonie wird das Konzept mit zeitgemäßen Begriffen und Methoden neu untersucht. Eudaimonia bezeichnet eine Art zu leben, die auf dem beruht, was für den Menschen von substantiellem, intrinsischem Wert ist: Ein Leben in Übereinstimmung mit den inneren Zielen und Werten. Dabei wird davon ausgegangen, dass es universelle Ziele gibt, die in der Natur des Menschen angelegt sind. Diese psychologischen Grundbedürfnisse (basic needs) nach Autonomie, Kompetenz und Bezogenheit sind nach heutigem Verständnis für die Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit von höchster Bedeutung. Autonomie meint das Bedürfnis und Bestreben von Menschen, sich als Urheber ihrer eigenen Handlungen zu erleben. Kompetenz ist das Bestreben danach, in seiner Umwelt erfolgreich handeln zu können. Bezogenheit und Nähe drücken das Bedürfnis nach tragenden sozialen Beziehungen aus.
In der wissenschaftlichen Forschung konnte gezeigt werden, dass die adäquate Befriedigung dieser in der menschlichen Natur angelegten Grundbedürfnisse auch in der Arbeitswelt die Motivation, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeitenden und Führungskräfte nachhaltig verbessert. Die Einsatzbereitschaft von Mitarbeitern/innen, ihre Vitalität, Kreativität und Flexibilität, die Qualität ihrer Arbeit, ihre Arbeitszufriedenheit, ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit lassen sich alle mit Kennzeichen eudaimonischer Grundprinzipien in Verbindung bringen. Die moderne Konzeption des Begriffs der Eudaimonia schafft also einen umfassenden Bezugsrahmen zum Verständnis auch unternehmerischer Prozesse und Potentiale.
In diesem Kontext sehen wir unsere Arbeit.