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Ein hoher Krankenstand hat gravierende Auswirkungen auf die Kostenstruktur, das Betriebsklima und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Ausfälle von Mitarbeitern müssen aufgefangen werden, qualifizierter Ersatz ist teuer und meist nicht ohne weiteres zur Hand und Kollegen, die die Mehrarbeit auffangen müssen, werden be- oder überlastet. Die Beschäftigung mit der Gesundheit der Mitarbeiter ist also eine strategische Führungsaufgabe. Immer mehr Unternehmer erkennen das. Allerdings ist ein hoher Krankenstand nur das letzte Symptom eines langen Prozesses, der weit größere Auswirkungen auf das Unternehmen hat, als üblicherweise realisiert wird. »Anwesend sein« heißt nicht »Gesund sein«In wirtschaftlich schwierigen Zeiten verzeichnen Unternehmen häufig eher niedrige Krankenstände. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Mitarbeiter aus Angst vor einem drohenden Arbeitsplatzverlust auch dann zur Arbeit gehen, wenn sie starke Beschwerden haben oder akut erkrankt sind. Dieses als »Präsentismus« bezeichnete Verhalten, hat zur Folge, dass ungeachtet hoher Anwesenheitsquoten die Mitarbeiter nicht in der Lage sind, ihre volle Leistung zu bringen. Die wirtschaftlichen Folgen für die Unternehmen sind bedeutend. Neuere Untersuchungen schätzen, dass die Kosten durch Präsentismus doppelt bis dreimal so hoch sind, wie die Kosten durch krankheitsbedingte Fehlzeiten. |
Gesundheit ist nicht gleichbedeutend mit der Abwesenheit von Krankheit. Das Modell zeigt, dass es jenseits vom "Nicht-krank-sein" eine positive Seite von Gesundheit gibt, die gerade für Unternehmen unschätzbar wichtig ist. |
Doch bei der Analyse der Gesundheitssituation eines Unternehmens dürfen nicht nur krankheitsbedingte Ausfälle und Leistungsminderungen betrachtet werden. Auch die positiven Seiten des Gesundheitsbegriffs, die sich unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit von Unternehmen auswirken, müssen einbezogen werden.
Mitarbeiter die nicht krank sind zeigen nicht automatisch auch alle Merkmale, die nach einem modernen und wissenschaftlichen Verständnis echte Gesundheit ausmachen. Gesundheit in einem positiven Sinn bedeutet, dass Mitarbeiter ihr volles Potenzial kreativ, selbstinitiativ und intrinsisch motiviert entfalten können und wollen. Wirklich gesunde Menschen sind flexibel und belastbar und sie sind gute Problemlöser. Sie sind kooperativ, übernehmen Verantwortung, denken mit. Kurz: sie sind nicht nur nicht krank, sondern gesund (= leistungsfähig) und motiviert (= leistungsbereit).
Gesundheit, Wohlbefinden und Motivation liegen aus Sicht des modernen betrieblichen Gesundheitsmanagements auf einer Dimension. Die Abbildung oben ordnet positive Symptome von Gesundheit und negative Symptome von Krankheit auf einer Skala von +7 bis –7. Wirklich hochwertige Leistung findet ausschließlich im positiven Bereich von Gesundheit statt. Fehlt diese positive Seite der Gesundheit, fehlt es dem Unternehmen in der Folge an Innovationskraft, es fehlt an Mut zum Querdenken und zur Verantwortungsübernahme. Schlimmstenfalls arbeitet ein großer Teil der Belegschaft im Modus „Dienst nach Vorschrift“, hat innerlich gekündigt und zieht sich auf eine formale, innovationsfeindliche Kommunikation ohne eine wirkliche Kooperationsbereitschaft am Arbeitsplatz zurück. Gesunde Unternehmen behalten daher konsequenterweise beide Seiten der Gesundheitsskala im Blick.
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Gesundheitsmanagement darf sich nicht nur in der Verhaltensprävention und nicht nur im negativen Bereich abspielen. Gerade die positive Seite von Gesundheit birgt ungeahnte Potenziale für Unternehmen. |
Gesundheit ist nicht nur Sache des Mitarbeiters, sondern auch des UnternehmensDie Erhaltung der Gesundheit ist nicht mehr nur Aufgabe des Mitarbeiters, der durch seine Lebensführung sicherstellen muss, dass er die vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung erbringen kann. Es ist vielmehr auch Aufgabe des Unternehmens, eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die Krankheit vermeidet und positive Gesundheit fördert. Fachbegrifflich sind damit die Verhaltens- und die Verhältnisprävention gemeint.
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Die Verhaltensprävention meint individuelle Maßnahmen, die der Mitarbeiter ergreifen kann, um seine Gesundheit zu erhalten, z. B. Ernährung, Sport, ausreichende Entspannungsphasen und gesundheitliche Vorsorge sowie Raucherentwöhnung oder Suchtvorbeugungsprogramme.
Verhältnisprävention umfasst Maßnahmen, die zum einen auf die Reduzierung oder Beseitigung von Gesundheitsrisiken, Krankheits- und Unfallursachen im Arbeitskontext abzielen. Zum anderen sind hier Maßnahmen und Strategien gemeint, die in den Bereich der positiven Gesundheit hinwirken, z. B. die Entwicklung und konsequente Umsetzung einer tragfähigen und akzeptierten Unternehmenskultur oder die Einführung einer menschenorientierten Führungkultur sowie die Ausgestaltung des Arbeitsplatzes nach motivationalen Kriterien (vgl. Modell oben).
Verhaltens- und verhältnispräventiver Gesundheitstag.In unseren Gesundheitstag haben wir beide Arten von Prävention integriert. Neben verhaltensorientierten Maßnahmen, die die Gesundheitskompetenz der einzelnen Mitarbeiter/innen stärken, bieten wir Workshops und Expertendiskussionsrunden an, die verhältnispräventive Maßnahmen thematisieren. Ein rundes Konzept und ein gelungener Auftakt für die Beschäftigung mit "Gesundheit" im Unternehmen.
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Text und Grafiken: Copyright 2010 Eudaimon GmbH & Co. kG
Seminarüberblick - Hier finden Sie alle Seminare und Workshops zum Thema Gesundheitsmanagement. ![]()
Gesundheitsangebote - Verhaltensprävention und Stärkung der Gesundheitskompetenz Ihrer Mitarbeiter. ![]()